Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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feinde Rußlands. Rußland haßt Krimgerai, weil er ſein Volk zu einem geſitteten gemacht hat, weil er die rohen Horden ſeiner ſtreitbaren Männer in ein Heer kräftiger, kühner und gebildeter Krieger umgewandelt hat, weil er mit Menſchlichkeit ſeine Unterthanen regiert, und dieſen ein Vater, dem Feinde aber ein Schreckniß iſt. Krimgerai haßt Nußland, wie er alles Böſe und alles Gemeine und Rohe haßt, und darum iſt er bereit, Dir beizuſtehen gegen Rußland, und mit einem Heer von ſechszehn⸗ tauſend Mann zu Dir zu ſtoßen, auch wenn Du es willſt, in Rußland einzufallen.

Und was für eine Bedingung ſtellt der Chan für dieſe Hülfsleiſtung?

Er bittet, daß Du ſeinen Truppen den Sold gebe mögeſt, den Du Deinen eigenen Soldaten giebſt.

Und für ſich ſelber?

Für ſich ſelber bittet er Dich, ihm einen geſchick⸗ ten Arzt zu ſenden, der ihn von ungefährlichen, aber ſchmerzhaften Leiden zu heilen vermöge. Weiter bittet er Dich um Dein Vertrauen und Deine Freundſchaft! 1

Die ich ihm gern gewähre! rief der König heiter. Aber jetzt ſagt mir noch Eins. Hat ſich der Chan noch immer nicht mit ſeinem Oberherrn, dem Groß⸗ ſultan der Türkei verſöhnt?

Sire, der Großſultan fühlte, daß er ſeines tapferen Chans nicht entbehren könne. Er rief ihn alſo, ihm ſeine Gnade kündend, und Krimgerai's edles Herz, welches keinen Groll kennt, vernahm den Ruf und folgte ihm. Eine Woche, bevor wir unſere Abreiſe antraten, hat der große Chan im Serai des Großherrn ſeinen feierlichen Aufzug gehalten.