Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Spitzen bedeckte die Bruſt, und aus den Rockärmeln quollen breite Spitzenmanchetten hervor, und über⸗

deckten die mit weißen Handſchuhen bedeckte Hand. Es war ein vollkommener, untadelhafter Salonan⸗

zug, wie man ihn damals an den Höfen trug, und wie ihn daher auch die nicht militairiſchen Geſand⸗ ten bei den feierlichen Audienzen vor den Souve⸗ rainen anlegten. Neben dieſem Manne in der zierlichen und luftigen Hoftracht, ſah man einen Reiter, der ganz und gar das Gegenbild zu demſel⸗ ben abgab. War jener wie für einen heißen Som⸗ mertag gekleidet, ſo ſchien dieſer auf den rauheſten Wintertag ſich vorbereitet zu haben, war jener für den Salon, ſo war dieſer für die öden Steppen Si⸗ biriens, wo der Nordwind mit den Wölfen um die Wette heult, am meiſten geeignet. Seine lange dürre Geſtalt bedeckte ein weiter Pelz aus lapplän⸗ diſchem weißen Wolfsfell, mit braunem Felle ge⸗ füttert und geſäumt; die Taille umſchloß ein koöſt⸗ barer golddurchwirkter Shawl, aus welchem nicht Waffen, ſondern ein kleines goldenes Becken und ein zuſammengeſchlagenes, in goldener Scheide ſtecken⸗ des Barbiermeſſer zur Hälfte hervorſchauten, an ſeiner Seite hing ſtatt des türkiſchen Säbels, eine mit Gold und Perlen geſtickte und in goldene Ket⸗ ten hängende Taſche, ſein Haupt bedeckte ein Fez,

an welchem über der hohen, ſchmalen, gelbbraunen

Stirn ein kleines goldenes Becken geſtickt war. Hin⸗

ter dieſen ſeltſamen Reitern kam eine Schaar tür⸗

kiſcher, tartariſcher und euröpäiſcher Diener in Li⸗

vréen mit goldenen Treſſen, in Kaftans von Seide,

in Pelze von Wolfsfell gekleidet, und dieſen wie⸗

derum folgte eine vergoldete Kutſche, deren Fenſter

mit grünen Jalouſieen dicht verſchloſſen waren,

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