und da er eine feine Naſe hat, möchte er bald einen Theil Ihres Geheimniſſes entdecken. Kehren Sie auch nicht hierher in's Kloſter zurück. Ich werde Ihnen durch einen vertrauten Bruder noch im Laufe dieſes Tages die verſprochenen Briefe ſenden, und ſobald Sie dieſelben haben, reiſen Sie ab! Meine Wünſche und Gebete begleiten Sie! Ohne Zweifel ſind Sie, gleich Ihrem großen König, ein Ketzer, und ich darf Sie daher nicht dem Schutz der Mut⸗ ter Maria und der Heiligen empfehlen, aber ich werde Gott bitten, daß er Sie behüte und—
Der Prior ſchwieg betroffen ſtill und horchte. Lautes Geſchrei und wüſter Lärm drang an ſein Ohr. Es ſchien gleichſam unter ſeinen Füßen, wie aus einem Grabe, hervorzudringen, und ſchwoll mit jedem Moment zu immer lauteren, wüthenderen Accorden an. 3
Es iſt im Speiſeſaal, ſagte der Prior erſtaunt. Folgen Sie mir, mein Herr, vielleicht können wir Ihrer Hülfe bedürfen. Es klingt, als ob eine Mör⸗ derſchaar meine Mönche tödtet. Sehen wir, was es giebt!
Er eilte haſtig aus dem Gemach und winkte Cocceji, ihm zu folgen. Mit beflügelten Schritten gingen ſie durch den Vorſaal und den langen Cor⸗ ridor dahin. Wie ſie dann die Treppe hinunter⸗ eilten, ward das Geräuſch, das Schreien und To⸗ vee das Heulen und Schelten immer deutlicher und heller..
Ich irrte mich nicht, murmelte der Prior, es iſt im Speiſeſaal. Kommen Sie, mein Herr, man mordet meine Mönche, ſtehen wir ihnen beil!
Er ſtürzteszu der Thür des Speiſeſaals hin und ſtieß ſie auf. Dann blieb er wie gebannt auf der


