Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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erlauſcht haben könnte; das iſt mir ſehr nützlich und kommt mir außerordentlich gelegen. Ich werde nun mit mehr Nachdruck und Energie auftreten und han⸗ deln können. Vor allen Dingen darf ich aber meine Rolle nicht vergeſſen! Ich bin ein Kaufmann, handle mit Fächern, Reliquien, Raritäten und Curioſitä⸗ ten, und bin ſehr begierig meine Waare an den Mann zu bringen!

Und während der Fremde ſo ſprach, lachte er laut auf und ging mit haſtigen Schritten auf und ab. Dann nach einer langen Pauſe blieb er wieder ſtehen und blickte gedankenvoll zur Erde nieder. Und iſt es denn nicht die Wahrheit? ſagte er ernſt. Bin ich nicht in der That ein Kaufmann, welcher umher⸗ reiſt Geſchäfte zu machen und begierig iſt, ſeine Waa⸗ ren los zu werden? Nur daß ich ſtatt mit Seide und Bändern mit Purpur, mit Kronen und Ländern handle, nur daß die Firma, für die ich reiſe, nicht blos bei dem Kaufmannsſtand, ſondern in der gan⸗ zen Welt einen guten Klang hat. Ja, ja, meine Firma, für die ich reiſe, heißt Hohenzollern, und ſie wird länger dauern und einen glänzenderen Cre⸗ dit ſich bewahren, als alle Firmen der Fuggers und der Hanſa überhaupt. Das heißt, fuhr er feierlich fort, das heißt, wenn das Schickſal uns den großen Handelsherrn, für den ich jetzt reiſe und für deſſen Firma ich Länder und Kronen ausbieten ſoll, noch lange erhält und ihn ſiegen läßt über alle ſeine Feinde. Ja, wahrlich, die Firma Hohenzollern iſt ruhmvoll und herrlich, aber König Friedrich hat ſie dazu gemacht, und wenn ſie es bleiben ſoll, müſſen ſeine Nachkommen ihm gleichen!

Das Eintreten der Kellner, welche kamen den Tiſch zu ſerviren, unterbrach ihn in ſeinem Selbſt⸗