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an unſerem heutigen Feſt Theil nehmen. Wenn Euer Gnaden an den Herrn Prior von San Giovanni gewieſen ſind, ſo haben Sie ohne Zweifel eine poli⸗ tiſche Miſſion, und ich bin doppelt ſtolz, Sie meinen Gaſt zu nennen.
. Nicht doch, ſagte der Fremde raſch, ich habe keine politiſche Miſſion, und mein Empfehlungsbrief an den Herrn Prior iſt ganz unverfänglicher Natur. Ich bin ein Kaufmann, und da ich durch Zufall im Beſitz mehrerer koſtbarer Reliquien bin, ſo hoffe ich, daß der würdige Herr Prior mir dieſelben vielleicht
für ſein Kloſter abkauft.
Ach, Reliquien, ſagte der Wirth mit verächtli⸗ chem Achſelzucken. Wiſſen Sie, mein Herr, man iſt jetzt nicht ſehr enthuſiaſtiſch für dergleichen Dinge! Die Politik läßt uns keine Zeit übrig fromm zu ſein, und ſelbſt der Papſt hat keinen Einfluß mehr über die Gemüther. Selbſt die Römer ſind buoni Prussiani, und fragen nichts darnach, daß der große Friedrich ein Ketzer iſt. Der Papſt ſegnet die Waf⸗ fen ſeiner Feinde, und feiert ihre Siege mit prunk⸗ reichen Meſſen und koſtbaren Weihgeſchenken. Aber der Römer kehrt ſich nicht daran, ſondern betet für den Heldenkönig, den großen Friedrich, und wünſcht ſeinen Waffen Glück und Segen dem Papſt zum Trotz*)
Ach, ſagte der Reiſende mit anſcheinender Trau⸗ rigkeit, dann werde ich freilich ſchlechte Geſchäfte machen mit meinen Reliquien, aber hoffentlich deſto beſſere hier in der Stadt mit meinen Fächern, und dabei, mein Herr, bedarf ich Ihres Rathes. Sie haben vielleicht die Güte, mir einige große Handels⸗
*) v. Archenholtz: Geſchichte des ſiebenjährigen Krieges. Th. 1. S. 241.


