Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Gedanken haſt, auf die kein anderer Menſch kommt. Aber Recht haſt Du, Karl Heinrich, es iſt ein fro⸗ ſtiges Ding.

Er war jetzt mit ſeiner Arbeit fertig, und mit ſeltſamer Haſt ſeine eigene Jacke ausziehend zog er ſchnell den weißen Officiersrock des Oeſterreichers an.

Ein Glück iſt's, daß wir nicht nöthig haben, die Beinkleider zu wechſeln, ſagte er, ein bischen dunkler fder hellgrau, das macht in der Nacht keinen Unter⸗ chied.—

Eben war Karl Heinrich auch mit ſeiner Arbeit fertig geworden, und ſchickte ſich an, gleichfalls den Rock eines Todten anzulegen, als Fritz Kober plötz⸗ lich ſeinen Arm faßte und ihn zurückhielt.

Halt einmal, ſagte er, Du mußt mir einen Gefal⸗ len thun, Du mußt mit mir tauſchen. Der Rock hier iſt mir zu eng und kneift mich fürchterlich. Du biſt viel ſchlanker, als ich, und alſo wird er Dir paſſen. Nimm ihn und gieb mir Deinen!

Er zog haſtig den Rock wieder aus und reichte ihn ſeinem Freunde hin. Aber dieſer wehrte ihn ſanft zurück. Nein, Fritz Kober, ſagte er mit einer ſo ſanften und weichen Stimme, daß Fritz ſich ganz verwirrt und gerührt davon fühlte, nein, Fritz, ich verſtehe Dich ganz gut. Du haſt ein Herz wie ein Engel, und Du thuſt nur ſo, als ob Dir der Rock zu eng iſt, weil Du mir den geben willſt, den Du

ſchon durchgewärmt haſt.

Ein Glück war's, daß Fritz Kober eben dem Mond den Rücken zugekehrt hatte, ſonſt würde ſein Freund geſehen haben, daß eine tiefe Röthe ſein Geſicht überzog, als ob er auf einer böſen That ertappt worden ſei. So aber riß er dem Freunde

Sriedr. d. Gr. u. ſ. Geſchw. 2. Abth. I. 12

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