— 170—
der mit ihnen Hunger und Noth, Gefahr und Müh⸗ ſal theilt, und darum können ſie auch ihre Feld⸗ herren nicht ſo lieben, wie wir den unſrigen.
Und dann, ſagte Fritz Kober nachſinnend, dann denke ich immer, es iſt mit dieſem Krieg, wie wenn Katz und Hund mit einander kämpfen. Manchmal ſieht'’s wohl ſo aus, als ob die kleine Katze den großen Bullenbeißer beſiegen könnte, das macht, ſie hat ſo ſcharfe Krallen, und haut damit dem Bullen⸗ beißer eins in's Geſicht, daß ihm Hören und Sehen vergeht und er retirirt. Aber wenn er ſich dann tüchtig geſchüttelt hat und die Augen wieder auf⸗ reißen kann, dann wird er vor Wuth noch einmal ſo ſtark, und wird vorwärts ſpringen und die Katze in's Genick packen und ſie mit ſeinen großen, ſchönen Zähnen doch todtbeißen, wenn ſie auch noch immer mit ihren Krallen haut. Nein, nein, Herr König, auf die Länge kann's die Katze. doch nicht gegen den Hund aushalten, die Krallen ſind doch nicht ſo dauer⸗ haft, wie die Zähne.
Ja, ſagte der König lächelnd, wie weißt Du denn aber, daß nicht die dort drüben der Hund, und wir die Katze ſind?
„Wass ſchrie Fritz Kober wüthend, wir ſollten die Katz' ſein. Mit nichten, Herr König, wir ſind der Hund!
Aber womit willſt Du das beweiſen?
Womit ich das beweiſen will? fragte Fritz Kober verlegen. Dann nach einer Weile rief er vergnügt: Ich hab's! Ich will's beweiſen! Die dort drüben ſind die Katzen, denn es ſind Ruſſen und Oeſter⸗ reicher, und ſie dienen keinem König oder Kaiſer, wie wir, ſondern ſie haben zwei Kaiſerinnen, zwei Frauenzimmer. Nun, Herr König, und hab' ich


