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Anakonda. Ich aber, mein Carlo, ich werde nie⸗
mals ſatt. Wenn ich Dich anſehe, ſo dürſtet mich Deinen Blicken, Deinem Lächeln, Deinen Küſſen, meine Seele hungert nach Deinen Worten, Deinen Liebesbetheuerungen. Und iſt's nicht ſo ge⸗ veſen mein ganzes Leben lang? Habe ich Dich nicht eliebt, Carlo, ſo lange ich denken und empfinden kann? Oh, erinnere Dich doch ein wenig unſerer ſchönen Jugendzeit, Carlo, dieſer Tage voll Sonnen⸗ ſchein, Blumenduft, und Kinderunſchuld. Weißt Du noch, wie wir da oft Hand in Hand durch die Cam⸗ pagna dahinſtreiften, plaudernd von Gott, den Ster⸗ nen, den Engeln und den Blumen, träumend von einer Zeit, in welcher die Engel und die Sterne vom Himmel herniederflattern ſollten in unſere Herzen, um uns die Welt zu einem Paradieſe umzuſchaffen?
Aber es war ein bitteres Erwachen aus unſeren Träumen, ſagte Ranuzi gedankenvoll. Mein Vater ſchickte mich in's Jeſuiter⸗Collegium und Deine Mut⸗ ter Dich in das Kloſter, um Dich bei den Nonnen zur Sängerin auszubilden. Wir ſollten Beide Car⸗ rière machen, Marietta, Du auf den Brettern und ich im Beichtſtuhl. Wir waren ja Beide armer Leute Kind, und ſo wäre uns die Welt für immer verſchloſ⸗ ſen geweſen, wenn wir nicht Beide die einzige Straße l ewalte welche uns in dieſelbe hineinführte, die Straße, welche durch die Kirche und über die Bühne führt. Hinter Beiden lag für uns die Welt, und unſere klugen Verwandten wußten das! 6
Und ſie trennten uns, ſeufzte Marietta, ſie zer⸗ drückten die erſten, keuſchen Flammen unſerer Her⸗ zen und machten aus uns die Rechenexempel ihrer Habgier. Ach, Carlo, Du weißt nicht, wie viel ich um Dich geweint und gelitten habe, denn obwohl
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