Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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weſen, welche mit gefälltem Gewehr in den Feind ein⸗ drangen. Sie ſtarben den Heldentod.

Sie ſchwieg; das Blatt entſank ihren zitternden Händen, und flatterte wie mit einem leiſen Seufzer zu des alten Schäfers Füßen nieder. Eine Todtenſtille trat ein. Die von Thränen verdunkelten Augen der Menge waren auf den alten Buſchmann gerichtet. Er hatte ſich taumelnd, und wie vom Sturm bewegt, wieder au die Bank niedergleiten laſſen. Sein Haupt

tief auf die Bruſt ſenkend, daß Niemand den Aus⸗ druck ſeiner Züge gewahren konnte, die zitternden Hände im Schooß gefaltet, ſo ſaß er da, ein rühren⸗ des Bild des ſtummen Schmerzes. Sein Sohn, Karl Heinrich, der Anfangs in dem Trupp der Auderen geſtanden, war jetzt leiſe zu ihm getreten, und ſich zu ihm niederbeugend und ſeine Arme auf die Schultern des Greiſes legend, rief er ihn leiſe und mit zärt⸗ lichem Ton.

Der alte Schäfer ſchreckte empor. Er ließ ſeinen Blick von dem Sohn auf die Geſichter der Uebrigen ſchweifen, und begegnete überall theilnehmenden Mie⸗ nen und kummervollem Mitleid.

Nun, fragte er mit harter, rauher Stimme, warum weint ihr denn? Habt ihr nicht gehört, daß meine Söhne den Heldentod geſtorben ſind? Sind ſie nicht gefallen für ihr Vaterland und ihren König? Zu weinen würde uns geziemen, wenn ſie wie feige Mem⸗ men aus der Schlacht entflohen wären. Aber Anna

Sophie hat's geleſen:Sie ſtarben den Heldentod. Laßt uns alſo mit Liebe und Stolz an ſie denken, und für ſie beten. Selig ſind die Todten, denn ſie werden Gott ſchauen.

Er ſank auf ſeine Kniee nieder und murmelte leiſe

vor ſich hin fromme Gebete für die Ruhe der Todten,