Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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J. Der Rönig als Familienvater.

Der König legte ſeine Flöte bei Seite und ging nachdenklich, die Hände auf dem Rücken gefaltet, in ſeinem Arbeitszimmer in Sansſouci auf und ab. Sein Anlitz war jetzt wieder ruhig, ſeine Stirn wolkenlos, denn er hatte mit Hülfe der Muſik ſeine Seele wieder friedlich geſtimmt, und das Mißvergnügen und der Zorn, den er kurz zuvor noch ſo lebhaft empfunden, hatte den melodiſchen Tönen ſeiner Flöte weichen müſſen.

Der König war nicht mehr zornig und mißver⸗ gnügt, aber wehmüthig und faſt traurig, und das Lächeln, welches auf ſeinen Lippen zitterte, hatte etwas ſo Reſignirtes und Schmerzliches, daß der treue Mar⸗ quis d'Argens, wenn er es geſehen hätte, in laute Klagen würde ausgebrochen ſein, daß ſogar das bei⸗ ßende Scherzwort auf Voltaires Lippen würde ver⸗ ſtummt ſein.

Aber weder der Marquis d'Argens, noch Voltaire, noch ſonſt einer der Freunde der heitern Tafelrunde war jetzt in Potsdam anweſend. D'Argens war mit ſeiner jungen Gattin Barbe Cochois zum Beſuch nach Frankreich gereiſt, Voltaire hatte ſich in Folge langer

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