Teil eines Werkes 
2. Theil (1839) Die Künstlerin
Entstehung
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Mehr Fackeln her, rief ſie wild, und die Diener flogen herbei.

Ein wilder Aufſchrei, ein lauter durchdringender Aüner zensruf ward gehoͤrt, die Koͤnigin hatte die Leiche des Geliebten entdeckt. Sie warf ſich uͤber dieſelbe hin, ſie um⸗ ſchlang ihn mit ihren Armen, ſie preßte ihre Lippen auf die ſeinen und ſtoͤhnte laut, denn ach! ſie waren kalt und em⸗ pfindungslos, ſie erwiederten nicht mehr den Druck der ihren.

Und ſchweigend und erſtarrt ſtanden Alle umher, er⸗ ſchuͤttert von der Gewalt des Schmerzes ihrer Fuͤrſtin. Die Fackeln warfen ein ſeltſam ſchauerliches Licht auf die Gruppe und beleuchteten grell die ſchoͤnen Zuͤge des Todten, und das vom Schmerze verzerrte Antlitz der uͤber ihn Hingeſunkenen Niemand wagte ihr zu nahen, Jeder hielt den Athem an, um durch kein Geraͤuſch ihre Trauer zu ſtoͤren.

So biſt du dahin, klagte ſie dann, und ihre Stimme

war weich und ſanft wie Muſik, ſo biſt du dahin, mein

ſchoͤner, reiner Engel. So ſoll ich nicht mehr dein klares, helles Auge ſehen und deine Stimme vernehmen, und dieſe kalte ſchoͤne Geſtalt wird ſich nicht mehr erheben, mich zu umfaſſen. Und du biſt geſtorben durch mich, und verach⸗ teteſt mich als du ſtarbſt? Und wieder umſchlang ſie in troſtloſem Jammer die Leiche das Blut der offenen Bruſt⸗ wunde beruͤhrte ihr Gewand und faͤrbte es, ſie achtete es nicht, ſie legte ihr Haupt auf dieſe Bruſt und weinte laut, und als ſie es wieder erhob, klebte an ihrem dunklen Haare dickes Blut