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Gleich nach Macdeam's und Effie's Ankunft hatte der umſichtige Lord Landstown einen Courier an ſeinen Bruder abgeſandt, und kaum war eine Woche verfloſſen, als auch dieſer in der Villa eintraf, um ſeiner geliebten Tochter, ſeiner lang vermißten Effie, die mit heißen Thränen ſeine
Knie umfing, zu verzeihen und an ſein väter⸗
liches Herz zu drücken, um ſeinen Sohn Macdeam zu ſegnen, der, das ſah er in Effie's ſtrahlendem, verklärten Angeſicht, ſein Kind zu einem ſo glück⸗ lichen Weibe gemacht.
So ſaßen ſie in traulichem Geſpräch neben⸗ einander im Salon, jeder in ſeinem ſichern Glücke ſich doppelt des Glückes der Andern freuend, und in ſtill heitern, ſinnigen Geſprächen ſich die Begebenheiten der Vergangenheit zurückrufend, deren überwundene Schmerzen elächelnd und bemitleidend.
Ellinor, deren Geſicht wieder aufgeblüht war
unter dem Sonnenſchein des Glückes, ſchaute mit
leuchtenden Augen umher in dem Kreiſe ihrer Freunde, ließ ſie auf dem roſigen Angeſicht ihrer Tochter weilen, die in ſtillem Liebesgeplauder mit Nordheim, ihrem jungen Gatten flüſterte, und wandte dann den entzückten Blick auf ihren Ge⸗ mahl, der lächelnd ſie anſchaute. Sie lehnte ihr ſchönes, ſinniges Haupt an ſeine Schulter und flüſterte leiſe:„ein Geheimniß muß ich Dir ent⸗ hüllen, ein ſchönes Geheimniß, deſſen ich mir a ie
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