daß Du in meiner Erinnerung leben wirſt als eine erhabene, große Erſcheinung, die zu erſchauen hie⸗ nieden es ſelten dem Menſchen gewährt wird.“
Aurelia erwiderte leiſe:„ich danke Dir für dieſes Wort! Es ſoll mich begleiten als milder Troſt auf meiner Pilgerfahrt, es ſoll der Balſam ſein, der mich heilt von den Wunden, die mir das Leben geſchlagen! Lebe wohl, lebe wohl! In meinen beſten Stunden will ich Deiner gedenken als meines Freundes!“
„Du gehſt, ohne mir zu ſagen wohin, ohne uns eine Rückkehr hoffen zu laſſen?“ fragte Nordheim.
„Wohin ich gehe?“ ſagte Aurelia wehmüthig und nachdenklich.„Gott weiß es! Wohin der Zufall mich führt, die Laune des Moments mich treibt; ich reiſe, um zu ſuchen, was vielleicht die Erde nicht hat, um zu ſuchen nach Frieden und Ruhe. Sollte ich es aber gefunden haben, Nord⸗ heim, dann, aber nur dann kehre ich zurück, und dann ſoll es mein einziges Glück ſein, mich des Deinen zu freuen, und mich zu laben an Deiner Freundſchaft! Und nun, Deine Hand, zum letzten
Mal Deine Hand!“ Nun legte ſie ihre Hand in die ſeine, und Nordheim neigte ſich, einen Kuß auf dieſe Hand zu drücken. Sie entzog ſie ihm raſch, richtete ſich ſtolz und groß empor, und bleich wie der Tod, aber unendlich ruhig, deutete ſie mit der erhobenen


