abgefunden mit der Welt, und jetzt durch den Be⸗ ſitz dieſes holden Weſens, das an ſeiner Seite zitterte, ſo ausgeſöhnt mit dem Leben, und über allen Ausdruck glücklich, wie er dies Alles bedachte, da fühlte er eine tiefe fromme Rührung ſeine Seele bewältigen. Er ſagte leiſe:„laß uns Gott danken!“ Dann umfing er die Geliebte, an deren Buſen er ausruhen wollte von den Stürmen des Daſeins, und er drückte ſie feſt an ſein Herz und weinte laut!
Das Geräuſch nahender Schritte weckte die Liebenden aus ihrer ſchweigenden Feier und An⸗ dacht, und als ſie emporblickten, ſtand Aurelia vor ihnen, und ſchaute ſie an mit Blicken voller Liebe und Zärtlichkeit; ein ſchmerzliches Lächeln zuckte um ihre Lippen, und ihre Wange war bleich und farblos, ihr Auge trübe und geröthet vom vielen Weinen. Doch war ſie gefaßt und muthig, und Ellen umarmend ſagte ſie mit feſter Stimme: „ich komme, Abſchied zu nehmen, meine Ellen! Ein dringendes Geſchäft zwingt mich, ſogleich zu verreiſen!“
„Heute ſchon, jetzt ſchon?“ fragte Ellen ſchmerz⸗ lich.„Und Du willſt fort, ohne Deine Ellen, Deine Tochter, an ihrem ſchönſten Feiertage ge⸗ ſehen zu haben, ohne ihr den Brautkranz in das Haar zu. flechten, und ihr Deinen Segen zu er⸗ theilen? O Nordheim,“ fuhr ſie eifrig und er⸗
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glühend in innerer Rührung fort,„komm, hilf


