Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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kinder. Es iſt nun das zweite Mal, daß ich ſo etwas erlebe. Vor einigen Jahren hatte die Hoffnung eine ähnliche Ladung. Da waren's

fünfhundert Lutheraner, angeführt von dem

Pfarrer Stephan, ja wirklich angeführt von ihm, denn er führte ſie bei der Naſe herum. Hatte ihnen goldene Berge verſprochen und unermeßliche Schätze, die ihnen in Amerika von ſelbſt in den Schooß fallen ſollten. Das Volk hielt ihn für in Heiligen, und folgte ihm, wohin er wollte. Er war ihr Vater, ihr Führer und Kaſſenver⸗ walter. Eine Zeit lang hatten ſie in Amerika eine Colonie begründet, einen kleinen Staat, in dem Stephan unumſchränkter Fürſt und Herr war. Dann war das Geld aufgezehrt und von den Schätzen noch nichts eingetroffen. Das arme Volk fing an zu erkennen, daß ihr ehrwürdiger Pfarrer ein Betrüger ſei, und ward muthlos, und als endlich zwei arme unglückliche Mädchen, die der fromme Pfarrer Stephan beſonders liebte, den Muth hatten, ihn vor der ganzen Gemeinde an⸗ zuklagen, und ſeine Schandthaten zu offenbaren, da fielen ſie von ihm ab, und Viele kehrten noch ärmer, wie ſie gegangen, wieder zurück in ihre

Heimath, Viele ſtarben vor Elend und Noth, und

Viele unterlagen der Reiſe.

Aber, fragte Effie,welchen Zweck können die Pfaffen haben, ſo viele Menſchen zu be⸗ trügen?*