Freude des Gärtners, der lächelnd die Frucht ſei⸗ ner Pflege erſchaut.
Gott iſt mein Gärtner! Ich fühle, wie er ſorgſam der Knospen meines Herzens ſich erbarmt, und ſeine welkenden Blüthen auftreibt zu neuem Daſein und Duft! Er giebt mir den Stab, an dem ich hinaufranke, und ſo wachſe ich an ſicherer Stütze des Glaubens. Gott iſt mein Gärtner!
Stolz und beſeligt bin ich in dieſem Gefühl der unmittelbaren Nähe Gottes, das da draußen in der Welt unter den Kämpfen und Schmerzen des Lebens nimmer der Menſchen Eigenthum wird! Ach, die Menſchen quälen ſich ab, Gott zu finden! Sie ſuchen ihn all überall und lauſchen in zwei⸗ felndem Herzen auf das Geräuſch ſeiner Schritte, das ſeine Nähe verkünden ſoll!
In der Welt krankt man nach Gott! Hier in der Stille und Einſamkeit bin ich geſundet zu Gott! Ja, geſundet! Ich ſehe ihn und erkenne
ihn, ich drücke mich feſt an ſeine Vaterbruſt und
empfinde den Athem ſeines Mundes, der, mich anwehend, Geſundheit und Leben mir giebt!
In nebeliger Ferne liegt ſie weit von mir, die Welt, kaum daß ich durch den Nebel hindurch noch ihre Spur gewahre, oder das Geräuſch ihres to⸗ benden Lebens vernehme!. Abgedampft ſind hier die ſchlechten Dünſte der Welt, und in der geläu⸗ terten und reinen Luft dieſer Einſamkeit athme ich das Leben des Todes!


