voller Freude über den großen Feſttag, der Dich zu einer Braut Chriſti macht. Spare nicht die freudigen Worte, danke der Aebtiſſin, daß ſie Dich dieſer Gnade theilhaftig machen will. Dann klage über Schmerzen, ſchreie und winſele, und wenn Du kannſt, gieb Dir den Anſchein einer Ohnmacht; man wird mich, als eine der Medicin Kundige, zu Deinem Beiſtand rufen, ich werde Dich für ſehr krank erklären und es für nöthig achten, daß die Feier verſchoben werde. So gewinnen wir Zeit.“
„Und Zeit gewonnen, Alles gewonnen, ſagt ein altes Sprichwort,“ rief Effie freudig,„mit Deinem Beiſtand, Natalie, werde ich Alles ge⸗ winnen!“
Natalie reichte ihr die Hand und ſagte mit einem wehmüthigen Lächeln:„mein Kind, in dieſer Stunde empfinde ich, daß auch die Leiden ihren Segen haben; ſie lehren mich Deinen Kummer verſtehen und fordern mich auf zu Deiner Hülfe!“
„Und nun laß uns gehen,“ fuhr Natalie nach kurzer Pauſe fort,„und möge mir der Himmel verzeihen, daß Trug und Täuſchung unſere Zuflucht iſt, es gibt aber in dieſer Welt kein anderes Mit⸗ tel, zum Ziel zu gelangen. Laß uns gehen und verſuchen zu ſchlafen.“ 8
Schweigend verließen ſie Beide die Kirche und ſchritten durch das Refectorium zurück in den Gang. Die flackernde Lampe warf ihren Schein


