amas nach vorn gebeugten Haltung ihrer Geſtalt;
Abendglocke wie leiſes Wimmern herüber, und bei der Stille umher konnte man aus den Zellen das Aveèe Maria der Nonnen vernehmen.
Die Glocke verſtummte, das Gebet mit ihr; dann trat um die Ecke des Ganges eine Nonne, an dem großen Schlüſſelbunde, das ſie in der
Hand hah als Pförtnerin kenntlich.
Mit dem großen Hauptſchlüſſel ging ſie zu jeder Zellenthür, verſchloß ſie bis auf zweie ſorg⸗ fältig, und wandelte dann leiſen Schrittes nach dem entgegengeſetzten Ende des Ganges, wo neben der Ausgangspforte ihre eigene Zelle lag. Sie ging hinein, verriegelte hinter ſich die Thüre, und Alles war ſtill, wie zuvor.
Eine Zeit war ſo vergangen, als aus der
Zelle, welche die Pförtnerin nicht verſchloſſen, und an deren Thür der Name„Natalie“ zu leſen war, eine anders Nonne trat. Es war eine hohe, ſchlanke Geſtalt, und die Lampe, die ſie in der Hand hielt, beleuchtete grell ihr Geſicht, deſſen bleiche Schönheit hervorhehdnd. Das lange ſchwarze Gewand der Nonnen umhüllte und verbarg ihre Geſtalt, der weiße dichte Schleier, kunſtvoll geordnet, legte ſich dicht an ſhre Stirn, den Kopf bedeckend, und fiel in geregelten Falten zu beiden Seiten der bleichen Wangen herab.
Friede und Ergebung lag in dieſen reinen, engelgleichen Zügen, und ſprach ſelbſt aus der


