Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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uns mindeſtens heute noch dieſe Schönheit der reinern Luft in vollen Zügen trinken.

Ja, komm, ſagte Nordheim,wollen wir uns dort auf jene Raſenbank nahe am See ſetzen, und Abſchied nehmen von dieſer herrlichen Schön⸗ heit der Natur.

Sie verließen den Pavillon, wandelten Arm in Arm hinab zum Ufer des Sees, und ruhten auf der Moosbank nebeneinander.

Still war es um ſie her, in ſüßem Schweigen ſchien die Natur ſelber zu ruhen, langſam plät⸗ ſcherten die Waſſer ans Ufer, als fürchteten ſie die wonnige Stille zu unterbrechen und den Abſchieds⸗ kuß zu ſtören, den die ſcheidende Sonne der Erde gab, die unter ihr glühte.

Wie iſt die Welt ſo ſchön! ſagte Aurelia; o wie bin ich ſelber ſo ſelig!

Still, ſtill, ſagte Nordheim leiſe, und drohte lächelnd mit dem Finger,verrathe nicht unſer Glück. Die Najaden des Sees möchten es be⸗ lauſchen, und das ſüße Geheimniß, das nur ſicher iſt, wenn man es verſchweigt, hinausmurmeln in die Welt.

Ach, die Welt! ſeufzte Aurelia,mir graut vor der Welt, und wenn ich daran denke, daß wir morgen zurückkehren zur Stadt, ſo fühle ich mich wunderbar beängſtigt, und ein ſeltſames Bangen erfüllt meine Bruſt. Ja, ich meine dann, daß dieſe ſchönen Tage nie zurückkehren werden.