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überhaupt lehrt mißtrauen und zweifeln, und un⸗ ſer Jahrhundert zumal hat ſeine beſten und edel⸗ ſten Kräfte in thätigem Wirken darauf verwieſen, das Dieſſeits zu erheben und es in Harmonie zu bringen mit den Anforderungen der Menſchheit. Ueber dieſem Beſtreben, das begriffene und er⸗ faßte Dieſſeits zu verherrlichen und zu ſeiner ihm beſtimmten Würde zu erheben, tritt das in einen nebeligen unbeſtimmten Dunſt gehüllte Jenſeits zu⸗ rück, und es verlangt uns nicht mehr, durch den Nebel zu greifen nach einem Etwas, deſſen Werth oder Unwerth wir nicht zu erforſchen vermögen. Als ich dies begriffen, hörte ich auf, den Tod zu begehren, und ſuchte, an das Leben angewieſen, mit muthigem Wollen deſſen Qualen zu beſiegen. Und dies Wollen iſt ſchon der Anfang des Sieges.“
„Männer ſind beſtimmt zu kämpfen und zu wollen,“ ſagte Lady Landstown,„wir aber, wir armen Weiber, müſſen unterliegen und dulden.“
„Verzeihen Sie, wenn ich das bezweifle,“ rief Nordheim.„Gerade das Weib hat in ſeinem
ſcchmiegſamen, elaſtiſchen Weſen, in der von keinem Manne erreichten Fähigkeit zu dulden, ohne zu
unterliegen, von der Natur die Waffen zum Kampfe mit dem Leben erhalten; die Natur aber in ihrer Weisheit giebt und thut nichts Zweckloſes, und ſtraft den, welcher ihre Gaben unbenützt läßt. So iſt auch Krankheit nur ein Ungehorſam gegen


