waren bereit, ihr Leben und ihr Blut für ihn hinzugeben. Da ſtarb er, der Herzog von Reich⸗ ſtadt, und als ſeine getreuen Unterthanen ſich er⸗ holt hatten von dieſem furchtbaren Schlag, wand⸗ ten ſie ſich an den Neffen des Kaiſers, an den
Prinzen Ludwig Napoleon, und forderten ihn auf,
irgend etwas zu unternehmen gegen den Uſurpator
des franzöſiſchen Throns, Louis Philipp! Ich wanderte fort aus Frankreich im Dienſt der hei⸗ ligen Sache, unter Gefahr und Mühſal über⸗ brachte ich dem Prinzen wichtige Schreiben ſeiner Anhänger, trug dann, auf meiner Bruſt verborgen, ddas Antwortſchreiben zurück, und kehrte wieder zu Louis Napoleon zurück, um, als die Zeit gekommen war, unter ſeinem Befehl den Angriff in Straßburg u wagen. Ihr Alle wißt den traurigen Ausgang ddes damaligen Unternehmens; die Helden jenes STages mußten flüchten, und die Heimath verlaſ⸗ ſend, ging ich nach England! Nicht um zu ruhen, nein, um raſtlos zu ſinnen, wie mein Vaterland zu retten ſei, wie zu befreien aus den Händen des liſtigen Uſurpators! So ſinne ich fort und fort, und werde nicht nachlaſſen, bis ſich ein Mittel mir zeigt!— Da habt Ihr meine Geſchichte, und nun füllt die Gläſer, ſtoßt an, und ruft mit mir: vive l'empereur!“
Nordheim hob ſein Glas nicht mit den Andern, er ſtimmte nicht ein in ihren lauten Nuf, ſeine Miene drückte einen kummervollen Ernſt aus, und Die Flüchtlinge in London. J. 2


