und als ſie ſtarb, waren ihre letzten Worte: Gott ruft mich zu einer andern Arbeit! Lebt wohl!— Ungefähr um dieſelbe Zeit, wie Ralph und Eva, verließ auch ein anderes junges Ehepaar Berlin, und wandte ſich dem Süden zu. Dies war Carl und So⸗ phie; ſie gingen nach Italien, wo Carl ſein Talent für die Malerei auszubilden gedachte.— Ein neuerer Schriftſteller hat einmal irgendwo geſagt, das ſchönſte Glück ſei in einem ſchönen Reiſewagen, auf einer ſchönen Landſtraße neben einer ſchönen Frau durch die ſchöne Welt zu fahren. Dies Glück empfand das junge Paar, das mit heitern, ſtrahlenden Blicken, keinen unbefriedigten Wunſch im Herzen, glückſelig dahin fuhr durch die ſehöne Gotteswelt, und von der Zukunft nichts verlangte, als daß ſie ſei wie die Gegenwart.— Aber das Glück eines„ſchönen Reiſewagens“ kann zuweilen getrübt wer⸗
den, und es war wegen eines gebrochenen Rades, daß
das junge Paar einen ganzen Tag in einem elenden kleinen öſterreichiſchen Städtchen verweilen mußte. Aber dies kümmerte ſie wenig! Waren ſie doch neben einander, was kümmerte es ſie, wo ſie waren! Auch war die Gegend lieblich und angenehm, und Arm in Arm wan⸗ delten ſie durch die engen Straßen, um auf die Promenade vor der Stadt zu gehen. Da, bei einer Biegung der Straße, lag das lieblichſte Thal vor ihnen.
Sieh, wie ſchön, ſagte Sophie, o wie lieblich iſt dies!


