Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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XXII.

Indeß hatten Carl und Sophie in fanft beglücken⸗ der, geſchwiſterlicher Gemeinſchaft ruhige, ſchöne Tage verlebt, Tage des reinſten Seelenfriedens und des heiter⸗ ſten Glückes. Nicht als ob Carl's Wünſche alle be⸗ friedigt, ſeine heiße Liebe ſich abgekühlt zu ſanfter, ge⸗ ſchwiſterlicher Neigung; aber er hatte es über ſich ge⸗ wonnen, ſeinen Wünſchen Schweigen zu gebieten, und über ſein ſtürmiſches Herz den Schleier der Ruhe zu 4 legen. Und war es nicht immer doch ein Glück, ihr nahe zu ſein, ihre ſüße Stimme zu hören, ihr holdes Angeſicht zu ſehen, zu ſehen, wie dies allgemach wieder aufblühte in Geſundheit und Friſche? War's nicht ein Glück, ihr

tauſend kleine Aufmerkſamkeiten erzeigen, für ſie ſorgen, für ſie arbeiten zu können, mit ihr alle die kleinen Be⸗ 8 gebenheiten des Tages zu beſprechen und zu theilen? Nicht ein Glück, ihr gegenüber zu ſitzen, und immer, und immer wieder ihr ſchönes Antlitz zu zeichnen?