Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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266 äußern irdiſchen Glanz verachten, denn nicht in dem Aeußern liegt das Glück, es liegt hier, tief im Herzen. Bewahre Dein Herz, daß es rein bleibt, und täuſche Niemand, der Dich liebt! Sei treu, Eva, treu, denn die Untreue tödtet!

Eva hatte ſeinen leiſen, oft von lautem Stöhnen unterbrochenen Worten, mit gefaltenen Händen, mit athemloſer Bruſt zugehört. Jetzt ſchwieg Ralph, ſein Aechzen verſtummte, und als Eva ſich über ihn neigte, lag er erſtarrt, ohne Leben, mit weit geöffneten Augen da.

Er iſt todt, er iſt todt, ſchrie ſie, und ſank ohnmäch⸗ tig neben ihm nieder!

In dieſem Augenblick hielt unten an der Thür

ein Wagen an, und der Arzt kam eilig die Stiegen herauf. 4

Gräfin Jelſa indeß hatte mit ſeltſamer Beklommen⸗ heit an ihrer Thür geſtanden, und gehorcht, ſie hatte Eva's Angſtſchrei vernommen, und ſchreckte unwillkürlich zuſammen. Dann ward Alles ſtill. Gräfin Jelſa horchte noch immer. Da meinte ſie dicht vor ihrer Thür leiſes Klagen und Wimmern zu vernehmen! Es überlief ſie kalt! War dies Wirklichkeit, oder war es der Geiſt deſſen, den ſie eben gemordet? Jetzt ein durchdringender,

furchtbarer Schrei! Ein Kratzen, Reißen an ihrer Thür!