Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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Von dort holte er, wenn er Muße dazu fand, es ſich ſelber herein.— Auch heute Morgen hatte die Magd, wie ſonſt, Ralphs Frühſtück, das, wie immer aus einem Glaſe kalter Milch beſtand, in dies Vorgemach hinge⸗ ſtellt, und begab ſich dann wieder an die Arbeit.— Altes war ſtill, da öffnete ſich leiſe die Thür und Grä⸗ fin Jelſa ſchaute mit ſpähenden Augen binein in das kleine Vorzimmer. Alles iſt ſtill, ziſchelte ſie leiſe, Nie⸗ mand hat mich geſehen, und wenn es wäre, kann man glauben, ich ſei Udo nachgegangen, ihn zu holen.— Udo drängte ſich hinter ihr durch die Thür und lachte vergnügt. Still, Udo, ziſchelte die Gräfin, dies iſt ein entſcheidender Augenblick!— 4

Sie trat zu dem Glaſe Milch, und ſchüttete das mitgebrachte weiße Pulver in daſſelbe.

Zucker, Mutter? fragte Udo nach dem Glaſe deutend.

Ja, Zucker, mein Sohn, daß Herr Ralph trinken ſoll, damit Eva Deine Frau wird! ſagte ſie mit einem höhniſchen Lachen. Dann nahm ſie den Arm ihres Sohnes, und ging wieder hinaus mit ihm. Draußen auf dem Flur ſagte ſie ganz laut: Aber Udo, welche neue Unarten ſind dies! Schon in aller Morgenfrühe rennſt

Du umher, und ſtörſt mich aus meiner Ruhe, daß ich

Dir nachlaufen muß, Dich zu holen! Udo ſah ſie verblüfft an, und lachte dumm.