Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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Carl küßte die Hand, die ſie ihm darreichte, und eilte dann ſchweigend fort. Er war wie ein Trunkener, ganz berauſcht von dem Glück ſie zu ſehen, von ihrer Freundlichkeit und Güte, und leiſe ſagte er ſich: dieſer Tag iſt der glücklichſte meines Lebens, denn ich habe ſie wieder gefunden und ſie hat mich ihren Freund ge⸗ nannt! Und das will ich ihr auch ſein, ein treuer, wah⸗ rer Freund! Ach könnte ich ſie mit meinem Herzblut doch ſchützen und bewahren vor allem Kummer und Leid!

Als Sophie bei Bonaventura's Rückkehr dieſem mittheilte, daß Carl da geweſen, ſtand er wie erſtarrt vor Schreck, dann rief er heftig: Himmel, ſoll ich denn keinen Tag, keine Stunde mehr Ruhe haben. Erſinnſt Du denn ewig neue Dinge, mit denen Du mich quälen und martern kannſt? Iſt dies wirklich wahr, oder iſt es nur eine Liſt, um mich zu ängſtigen und zu plagen?

O mein Gott, Bonaventura, wann hätte ich Dich abſichtlich ängſtigen wollen, und wie konnte ich auch nur denken, daß es Dir Kummer bereiten könnte, wenn dieſer gute, treue Menſch hier war. Verdanken wir ihm doch ſo Vieles, Geliebter, war er doch der treue und ſichere Bote, der uns einander unſere Briefe brachte.

Oh, ich wollte, er hätte es nie gethan! rief Bo⸗ naventura mit bitterm Lachen.

Sophie ſchreckte zurück, und Todtenbläſſe überzog