ſehe, daß ich mit Ihnen von der Vergangenheit ſprechen kann!
Wie er Sophieen weinen ſah, fühlte ſich Carl plötz⸗ lich ganz gefaßt, ganz ruhig; ein heiliger, männlicher Friede kam über ihn, und er ſagte zu ſich ſelber: jetzt muß ich beſonnen ſein und ſtark! Denn ſie wird mei⸗ ner bedürfen!—
Laut ſagte er: aber laſſen Sie uns auch von der Zukunft ſprechen, von Ihrer Zukunft!
Nein, ſagte ſie, ſchnell ihre Thränen trocknend, die
Zukunft gehört meinem Geliebten, und nur Er kann
über dieſelbe entſcheiden! Die Vergangenheit aber, die gehört uns.
Sie ſind alſo glücklich? fragte Carl faſt traurig.
Glücklich! ſagte ſie wehmüthig. Ja wohl bin ich glücklich, denn ich bin bei ihm, den ich liebe, ich höre täglich ſeine geliebte Stimme, ſehe ſein theures Angeſicht, ja wohl bin ich glücklich, denn ich habe nichts auf Er⸗ den als ihn, meinen Geliebten. Aber es giebt etwas, das zu jeder Stunde mein Glück zernichtet, und wie ein Mehlthau ſich auf jede Blume meines Herzens legt, es giebt einen Gedanken, der mein ganzes Glück zerſtört. Ach, ich fürchte, Bonaventura bereut, daß er mich liebt.
Sie bedeckte ihr Geſicht mit ihren Händen und ächzte laut, und Carl ſuchte ſie nicht zu tröſten, denn


