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Das eben iſt's, rief Sylvius, daß das Heiligſte und Edelſte uns ſo zerſprochen und zerpflückt wird, und in den Staub getreten von den rohen Füßen eitler Gecken. O glauben Sie mir, meine Seele iſt tief be⸗ trübt, und ich kann kaum noch hoffen für unſere Zu⸗ kunft!— Und Sie waren doch ſo voll Hoffnung, als Sie nach Berlin kamen!
Ach, ich batte ſo Vieles gehört von der edlen, freien Geſinnung, die allgemach in Preußen ihre Schwingen zu entfalten begönne, und anfangs blendeten mich die begeiſterten Worte dieſes Herrn Weinherr und ſeiner Freunde.
Und nachher, unterbrach ihn Vietor lachend, nach⸗ her ſahen Sie, daß Sie es doch nur mit Schauſpielern zu thun hatten, die ihre Rolle ziemlich gut gelernt hat⸗ ten, nicht aber um ein Kunſtwerk, das Meiſterwerk irgend eines Dichters zu verherrlichen, ſondern um vom Publi⸗ kum applaudirt zu werden, und wo möglich einen Lor⸗ beerkranz zu erhalten, ihr Haupt damit zu kränzen! Das iſt es, ſagte Sylvius traurig, es ſind Schau⸗ ſpieler, und alle Augenblicke ſchaut unter der edlen Maske ihr eignes gemeines Angeſicht hervor, und hohnlächelt über die Phraſen, die der begeiſterte Schauſpieler eben geſprochen. Es iſt aber entſetzlich, daß ſo Etwas ſein
kann. Daß die höchſten, die heiligſten Intereſſen des Eva. 1. Theil. 3 16


