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gangenen Jahrhunderts und einer untergegangenen Herrlichkeit.
Als er ſah, daß Clairon langſam die Augen wieder öffnete und ihr Haupt wieder aufrichtete, näherte er ſich ihr und wagte es, einige Goldſtücke neben ihr auf den Tiſch hinzulegen.
„Erlauben Sie,“ ſagte er leiſe und ſchüchtern, „daß ich im Namen meines Miniſters dieſe Gold⸗ ſtücke zur augenblicklichen Abhülfe niederlege.“
Clairon nickte gravitätiſch.„Sie ſind mir ſehr willkommen,“ ſagte ſie,„denn der Schlächter will der Königin von Babylon nichts mehr borgen.“*)
„Ich werde mich beeilen, dem Herrn Miniſter meinen Bericht abzuſtatten,“ fuhr Menneval fort. „Ich zweifle nicht, daß er gleich heute mich wieder zu Ihnen ſenden wird, um auf energiſchere Weiſe den Verlegenheiten einer ſo großen Künſtlerin Ab⸗ hülfe zu bringen.“
„Eilen Sie ſich, zurückzukehren,“ ſagte Clairon matt,„eilen Sie ſich, damit die Geſchichte nicht dereinſt zu melden hat, daß Frankreich ſeine Clai⸗ ron Hungers ſterben ließ! Senay, gieb dem Herrn das Geleit!“
Die alte Soubrette erhob ſich langſam und ſtöhnend von ihren Knien und ſchwankte nach der
*) Clairon's eigene Worte. Siehe Memoires de la duchesse d'Abrantès. Vol. V. 245.


