demſelben und richtete ſeine Blicke prüfend auf das eiſerne Gitter, das den Vorplatz des Hauſes einſchloß.
„Es muß hier ſein,“ murmelte er vor ſich hin.
„He, Kutſcher, könnt ihr die Nummer an der Hausthür dort leſen?“
„Numero fünfzig, gnädiger Herr!“
„Alſo es iſt die richtige Nummer. Ah, und da iſt auch eine Thür, und eine Glocke daneben.“
Und der Herr begann an dem Rehfuß, der an einem dicken Draht befeſtigt den Klingelgriff darſtellte, heftig zu läuten. Aber das düſtere Haus im Hintergrunde des Vorhofes öffnete ſich nicht, nirgends hinter den trüben Scheiben zeigte ſich ein menſchliches Geſicht, nur vernahm man aus dem Innern des Hauſes das tobende Ge⸗ räuſch mehrerer wild durcheinander bellender und heulender Hundeſtimmen, deren zarte Nerven ohne Zweifel von der Muſik der heiſern, immerfort tö⸗ nenden Klingel unangenehm berührt worden.
Endlich öffnete ſich die Hausthür und eine alte Frau, umgeben von vier ſpringenden, heulenden und bellenden Hunden ſchlurfte langſam über den Vorplatz daher. Dieſe alte gebückte Greiſin, auf deren runzelichtem Geſicht das Alter wohl mehr als achtzig Jahre verzeichnet hatte, ſchien durch die Glocke gleichſam aus einem langen, hundert⸗ jährigen Schlaf erweckt zu ſein, und ſtellte ſich


