Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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ſammeln der Goldſtücke von ihrem Schooß be⸗ ſchäftigt.

Der Haushofmeiſter flog leiſe auf den Zehen zu dem Schreibtiſch hin und brachte das Ver⸗ langte.

Clairon nahm den Crayon, ſchrieb mit feſter Hand:Ich habe die Schmuckſachen, den Brief und das Geld richtig erhalten, und übergab dann das Papier dem Haushofmeiſter.

Nun? fragte ſie ungeduldig, als der Haus⸗ hofmeiſter noch nicht ging.Haben Sie noch et⸗ was zu beſtellen?

Nein, Ew. Gnaden! Ich wollte mir nur er⸗ lauben zu fragen, wann Sie heute Abend ab⸗ reiſen?

Wie? Beſtimmt der Markgraf nicht die Ab⸗ reiſe? fragte Clairon verwundert.

Se. Hoheit haben mir geſagt, es ſolle ganz allein von dem Willen Ew. Gnaden abhängen, ob Sie heute Abend oder morgen früh abzureiſen gedächten.

Seltſam, murmelte Clairon.Ich muß zu⸗ erſt den Brief Sr. Hoheit leſen. Der⸗wird mir Aufſchluß geben. Gehen Sie ins Vorzimmer. Ich werde Sie ſogleich rufen.

Der Haushofmeiſter verbeugte ſich und ſchlüpfte hinaus. Clairon öffnete mit zitternden Händen den Brief und ſchlug ihn auseinander.

Mein Gott! flüſterte ſie hochathmend,was