Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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Horch, da rollt ein Wagen in den Hof die Reiſekutſche des Markgrafen, und da ein zweiter Wagen! Die Equipage, welche der Markgraf vor einigen Wochen erſt Clairon ge⸗ ſchenkt hat!

Ja, es iſt ſo wie ich dachte, jubelte Clairon, der Markgraf will mit mir eine Reiſe antreten! Unſere Hochzeitsreiſey! Sein Zartgefühl ſträubt ſich dagegen, hier im Schloſſe, wo eben erſt die Leiche ſeiner Gemahlin geſtanden, ſeine zweite Vermäh⸗ lung zu feiern. O er hat ein edles, großmüthiges Herz! Er verdient es, daß Clairon ihn liebt! Horch, da ſchlägt es acht Uhr, die entſcheidende Stunde naht! Ach, ſie ſoll mich gefaßt, ſie ſoll mich ruhig finden!

Eben klopfte es an die Thür, Clairon ließ ſich langſam in einen Fauteuil niedergleiten, und rief ein gebieteriſchesHerein!

Sofort öffnete ſich die Thür und der Haus⸗ hofmeiſter des Markgrafen trat ein.

In feierlichem Schweigen ſchritt er durch das Gemach zu Clairon hin, und überreichte ihr den ſilbernen Korb mit den S muckkäſten, in deren Mitte ſich ein Brief und ein verſiegeltes Packet befanden.

Se. Hoheit der Herr Markgraf haben mir befohlen, Ew. Gnaden dies zu übergeben, ſagte der Haushofmeiſter.Se. Hoheit läßt Ew. Gna⸗