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das gerechtfertigt halten, was unter allen Umſtänden verdammungswürdig.
Aber die Einſamkeit, die Zurückgezogenheit von der Welt, der wenige Verkehr mit Menſchen, alles dies machte ihn zum Nachdenken geneigt, und er⸗ weckte in ihm das gute Princip, das ſo lange ver⸗ drängt und vergeſſen war.
Zudem ſühlte er ſich unglücklich, gekettet an eine Gattin, mit der er ſich durch nichts mehr verbunden fühlte, als durch ein äußeres, in Uebereilung geknüpftes Band, und ſeine ſehn⸗ ſuchtsvollen Erinnerungen zeigten ihm das holde Bild Lillys.
O, welche Hoffnungen knüpften ſich nicht an den Gedanken an ſie, deren Briefe nur noch die einzige Freude und Erheiterung ſeines Lebens waren; wie viel Träume für die Zukunft wur⸗ den nicht von ihm geträumt. Ah, eine Ein⸗ ſamkeit mit ihr, fern von der Welt, fern von den Menſchen, in einem verſchwiegenen, einſamen Thale, umſchlungen von ihrem Arme, allein mit ihr!
Nicht mehr Jſabellens Vorwürfe, nicht mehr die ironiſchen und verderbten Worte Harrick's hö⸗ ren zu müſſen, ſelber entſündigt durch die Nähe dieſes unſchuldsvollen Engels, frei von dieſem ver⸗ derbenden Verlangen nach Geld und Beſitz, eine Hütte, in der er mit ihr allein war, ein Gärtchen, das er mit ihr pflegte und bebaute, eine Stille,


