und gerechten Sinne beſtand ſie darauf, daß die Tochter ihres Bruders dieſe Erbſchaft mit ihr theile, und Emmy hat mit dankbarem Herzen ihrer Tante, welche ſie als eine Mutter lieben gelernt hat, nach⸗ gegeben.
In Schleſien haben ſie ſich reiche Beſitzungen ge⸗ kauft, dahin iſt die Baronin Hermfeld mit ihren Kindern und Adalbert mit ſeiner jungen Gattin ge⸗ zogen. Die Baronin hat auf ihren Gütern große Handſpinnereien angelegt und Webeſtühle errichtet, deren Vorſteher und Aufſeher Thomas iſt. Ein reges und freudiges Leben herrſcht in dieſen großen, ſchö⸗ nen Arbeitsſälen, Jeder arbeitet mit Luſt und Freude, denn er empfängt reichlichen Lohn für ſeine Mühe, die Baronin iſt nicht wie dieſe reichen Fabrikherren, die den Schweiß ihrer Arbeiter ausmünzen zu ihrem eigenen Behagen, und feilſchen mit der Armuth, um ihre Reichthümer zu vergrößern. Wenn die Baronin durch die Säle wandert, ſo ſieht ſie überall nur freudeſtrahlende Geſichter, jedes Auge lächelt ihr, jeder Mund hat für ſie Worte der Verehrung und Liebe; Alle nennen ſie ihre Mutter, und ſie iſt es Allen! Sie ſelber iſt ihrem einmal angenommenen Grundſatz treu geblieben,— ihr Haushalt iſt ganz einfach und fern von allem Luxus, ſie trägt nur die einfachſte Kleidung, ſie hat keine Equipage, keine Dienerſchaft, ſie geht immer zu Fuß und bedient ſich ſelber. Ihre beiden kleinen Mädchen werden einfach und arbeitſam erzogen, Louiſe theilt mit ihrer Mutter die Sorge für den großen Haushalt,— denn alle ihre Arbeiter ſpeiſen im Hauſe der Baronin, und ſie hält keine Wirthſchafterin. Bei ihnen lebt Lude; er iſt ſehr ernſt geworden und ſtill, aber er iſt immer freundlich und hülfreich, und Niemand iſt fleißiger
am Webeſtuhl und beim Feldbau, als Er. Nur in


