nein, ich ſage es laut, ich will es ansſchreien vor aller Welt: ich bin eine Betrügerin, ich habe das Codicill verfälſcht, ich habe das geſchrieben! Keine Großmuth von dieſer Frau! Ich will ſie nicht, ich ſtoße ſie mit dem Fuße von mir, wie das Leben, das ganze ekle, erbärmliche Leben!
Wie eine Raſende, eine von Furien Verfolgte ſtürzte ſie aus dem Salon in ihr Schlafgemach, deſſen Thür ſie von innen verriegelte.
Meine Mutter, meine Mutter! ſchrie Emmy, vor der verſchloſſenen Thür niederſinkend. Habe Erbar⸗ men mit mir, öffne Deiner Tochter!
Alles blieb ſtill, Nichts regte ſich da drinnen.—
In athemloſem Schweigen ſtanden Alle und horchten. Emmy kniete noch immer vor der Thür und flehte weinend um Einlaß.
Einmal glaubte ſie einen leiſen, unterdrückten Schrei zu vernehmen,— dann wieder dieſelbe äng⸗ ſtigende, todesähnliche Stille.
Eduard hatte einen der Diener nach einem Schloſſer geſchickt,— dieſer kam,— aber es war unmöglich, dieſe Thür zu öffnen, der Schlüſſel ſteckte von innen im Schloſſe.
Aber jetzt vernahm man in dieſem verſchloſſenen Zimmer ganz deutlich angſtvolles Aechzen und Jam⸗ mern,— Todesröcheln.
Wir müſſen die Thür mit Gewalt öffnen, ſagte Eduard, und rannte mit aller Kraft gegen die Thür. Sie gab nach,— jetzt war ſie geöffnet.
Mit angehaltenem Athem, zitternd, erwartungs⸗ voll traten ſie Allle ein,—=——=—— da lag die Baronin, hingeſtreckt auf den Boden,— in ihrem Blute ſchwimmend. Sie hatte ſich die Adern geöffnet.


