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umwandte, und weil es ihr ſchien, ihre Thränen möchten ihn anſchuldigen, während er doch ganz ſchuldlos ſei. Aber er, er ſah es nicht einmal, daß ſie geweint hatte, er dankte ihr nur, daß ſie immer unverdroſſen komme, und wollte ihr wieder ein Geld⸗ ſtück geben.
Diesmal nahm ſie es nicht an, diesmal hatte ſie den Muth, ſelbſt ihm eine Bitte zu verweigern.
Das wenigſtens ſollen Sie nicht denken, lieber Herr, ſagte ſie erglühend, das nicht, daß das alte, ſchmutzige Weib immer wieder ſo freudig zu Ihnen läuft, bloß um von Ihnen ein Trinkgeld zu haben. Es iſt wahr, die ſchöne Dame, welche Ihnen die Blumen ſchickt, hätte einen vornehmern und beſſer gekleideten Boten haben können, aber ich, ſehen Sie, ich thue es aus Vergnügen, und ſo oft ich zu Ihnen komme, denke ich immer an Ihren Vater, der mir das Leben gerettet, und es ſcheint mir, als wenn ich ihm danke, indem ich dazu beitragen kann, Sie zu erfreuen. Darum, mein lieber Herr Doctor, wehren Sie es einer alten Frau nicht, dankbar zu ſein, ich habe auf der Welt nichts, was ich lieben könnte, als den Sohn meines Wohlthäters, und wenn ich auch nichts bin, als ein altes, ſchmutziges Weib, ſo iſt doch mein Herz jung und rein, und die Liebe der Armen, mein lieber Herr Doctor, iſt auch etwas werth, und ſie läßt ſich vielleicht weniger mit Geld belohnen, als die Liebe der reichen Leute!
Sie wandte ſich zur Thür, um fortzugehen, aber Eduard hielt ſie zurück, und ihre Hand faſſend und ſie innig in der ſeinen drückend, ſagte er: Sie be⸗ ſchämen mich, ich that Unrecht und bitte Sie von
erzen um Verzeihung. Man iſt es in der Welt ſo gewohnt, nur dem Eigennutz zu begegnen, daß man ihn ſogar mit der Liebe verwechſeln kann. Darum,
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