Eine Mutter!
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Ein neuer Lebenszweck, ein neues Lebensziel war der alten Frau Winkler aufgegangen, ihre Arbeit hatte jetzt einen doppelten Werth, einen neuen Reiz für ſie, denn es war nicht blos für ſich, daß ſie ar⸗ beitete, nicht bloß um ihr eigenes armes und einſa⸗ mes Daſein zu friſten, ſondern ſie arbeitete, um ei⸗ nem Andern eine Freude zu machen, um Eduard, ihrem jungen, geliebten Arzte, Blumen zu bringen, Blumen, die er ſo ſehr liebte, und die ihr gewiſſer⸗ maßen ein Freipaß wurden, welcher ihr allwöchent⸗ lich zweimal ſein ſonſt ihr verſchloſſenes Zimmer öffnete. 8
Eduard wußte es jetzt, daß nicht Amalie es war, welche ihm dieſe Blumen ſandte, und oft hatte er deshalb die alte Frau mit Fragen beſtürmt nach der unbekannten Geberin.
Sie iſt ſchön, nicht wahr? fragte er ſie mit der ſtets regen Eitelkeit eines Mannes. Schön und jung, iſt es nicht ſo?.
Ja, ſo iſt es! ſagte die alte Frau ſeufzend.
Ach, ich dachte es, ſagte Eduard leiſe, es wird die


