Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ihrem unſchuldsvollen Blicke muß ich unwillkührlich das Auge beſchämt zu Boden ſenken! 1

Aber wo war denn der Bräutigam, daß er ſeine Braut empfange aus den Händen ihrer Mutter?— Alfred war noch immer nicht da, und doch war die Stunde ſchon gekommen, welche zur Trauung ange⸗ ſetzt worden? Mein Gott, wo blieb er nur?

Eine gezwungene Unterhaltung, unter welcher man die Befremdung zu verbergen trachtete, füllte die nächſte Zeit aus,— noch eine halbe Stunde ver⸗ ging,— Alfred kam nicht. 3

Die Gäſte verſtummten, oder flüſterten unterein⸗ ander, die Baronin konnte nur mühſam noch ihre Aufregung verbergen, nur Emmy war ruhig und unbefangen, ihr Blick war heiter und ergeben, und Fürſt Alexiew, der unverwandten, ſtrahlenden Blickes ſie betrachtete, ſagte zu ſich ſelber: eine Taube iſt ſie, und in dieſe trübe, niedrige Arche der Welt iſt ſie hineingeflattert mit dem heiligen Oelzweig, als Bote aus dem Paradieſe.

Eine Stunde war vergangen, jetzt ſprach man ſchon laut ſeine Bemerkungen und Befürchtungen aus, jetzt flüſterte man ſchon untereinander und ver⸗ dammte den Bräntigam und beklagte die verlaſſene Braut. Die Boten, welche die Baronin ausgeſandt, kehrten zurück; weder in der Kirche, noch in ſeiner

Wohnung hatten ſie den Bräutigam gefunden, er war ausgegangen, aber ohne ſein Hochzeitskleid an⸗ zuziehen, ganz im gewöhnlichen Anzug, berichte⸗ ten ſie.

Nun äußerte ſich die Entrüſtung unbehindert und laut. Dann, nachdem noch eine Stunde vergangen, entfernten ſich leiſe einige der Gäſte; die Baronin, welche fühlte, daß diesmal ihre frommen Worte ſie verlaſſen, hielt es für das Angemeſſenſte, in Ohn⸗