Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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ſollte es erfahren, daß er ſie aufgenommen, die Flüch⸗ tige, die Verfolgte? War das der Lohn für alle ſeine Wohlthaten, der Lohn für ſein großmuthsvolles Vertrauen und ſeine gläubige Liebe? Nein, nein, war ſie einmal entſchloſſen, ihm ein Opfer zu brin⸗ gen, ſo mußte es ganz gebracht, ganz zu Ende ge⸗ führt werden! Das Schwerſte war ſchon geſchehen, ſie hatte ſchon den Muth gehabt ihn zu fliehen, ollte ſie jetzt zurückbeben vor dem Leichtern? Süß weſen für ihn zu ſterben, aber auch ein

qu marterreiches Leben mußte ſie muthig er⸗ dulde en um ſeinetwillen, und ſollte ſie mit ihrem Herzblute das Schweigen Chriſtian's erkaufen

müſſen, der Preis wäre nicht zu hoch geweſen, um ſeinen Namen rein zu erhalten vor der Welt!— Sie war ganz entſchloſſen, ganz muthig. Stolz richtete ſie ihr Haupt empor und ſchüttelte die Locken von ihrer bleichen, hohen Stirn zurück.

Und wenn ich Euch folge, werdet Ihr ſchweigen? fragte ſie, Chriſtian durchdringend anſehend.

Das werde ich! Denn's thut mir leid um Sie, weil Sie ſo jung und ſchön ſind, und weil Sie, wenn Sie vernünftig ſind, mir ſehr nützlich ſein können.

Was verlangt Ihr von mir?

Das weiß ich jetzt noch nicht zu ſagen, aber's wird mancherlei zu thun geben. Sie ſind klug und

gelehrt, Sie können ſchreiben und hübſch ſprechen, das iel werth und kann uns ſehr nützlich ſein!

hr ſchwört mir zu ſchweigen, mich Nieman⸗ den zu verrathen? fragte Julia feierlich. Haben Sie Vertrauen zu dem Schwur eines Diebes? fragte Chriſtian ironiſch. Schwört mir, und ich werde Euch glauben! Nun, das iſt etwas ſo Seltenes, daß ich ſchon