Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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Alfred und Zulia.

Vielfach verſchlungen, wie das Leben ſelber, ſind auch die Fäden unſerer Erzählung. Oftmals müſſen wir inne halten mitten im Laufe, und die befreundeten Geſtalten ſich uns nähern laſſen, denen wir voraus⸗ geeilt waren im raſchen Wechſel der Begebenheiten, die wir aus den Augen verloren haben bei den man⸗ nigfachen Windungen unſeres Weges. Hier laßt uns einen Augenblick ſtehen bleiben, und rückwärts ſchauend, laßt dieſes bleiche Weib dort mit dem ſchwarzen Haar und den tiefdunkeln Augen zu uns herankommen, und neben ihr den Freund, der ſie be⸗ hütet und beſchützt, und den Gott ſie finden ließ auf ihrem dornenvollen Wege. Er wußte nichts von ihr und ihrem unheilsvollen Geſchick, und dennoch er⸗ barmte er ſich mitleidsvoll der Unbekannten, die flehend zu ſeinen Füßen lag, und deren Schönheit er nicht ſah. Und ſie? Sie hatte auf Gott vertraut, und zu ihm um Rettung gebetet, und da war ihr Alfred von Wülfingen als ein Bote Gottes erſchienen, den er ihr geſandt, um ſie zu erretten aus ihrer großen Noth, und dem ſie dafür mit ihrer ganzen Seele ſich ergeben mußte in liebeheißem Dankgefühl. 1*