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warum, da die kranke Frau ſo allein iſt, nimmt ſie ſich keine Pflegerin, keine Geſellſchafterin? Sie ſcheint doch vermögend genug!
Ach Gott, die Leute ſagen, Madame Ollenthien ſei ſehr reich, aber ſie iſt ſo ſehr, ſehr geizig, und läßt mich beinahe verhungern!
Nun, nun, Du blühſt doch noch wie eine Roſe, ſagte Gotthold, dem hübſchen Mädchen die Wangen ſtreichelnd. Sieh nur jetzt nach Deiner Herrſchaft und ſage ihr, ich würde wiederkommen!
Er nickte ihr freundlich zu und ging mit aller Würde und Hoheit ſeines Standes wieder auf die Straße.
Vorher aber ſchrieb er ſich die Adreſſe der Ma⸗ dame Ollenthien in ſein Notizbuch ein, weil er feſt entſchloſſen war, ſie wieder zu ſehen. 4
Denn, ſagte er, ſie iſt reich und krank, und nur eine einzige, verſtoßene Tochter ſcheint einer Erbſchaft im Wege zu ſtehen.— Uebrigens habe ich da ein zwar kleines, aber recht niedliches Geſchäft gemacht. Einen Thaler für den Vortrag von anderthalb Ge⸗ dichten, ha, ha, ha! Man muß bei heiligen Dingen dennoch niemals die irdiſchen Vortheile vergeſſen. Das Leben iſt ſo theuer, und die Leute ſagen daher,„nur der Tod iſt umſonſt.“ Das iſt aber ein ſehr dummes Sprüchwort! Ich wenigſtens würde niemals die Ge⸗ bühren für eine Leiche erlaſſen!


