Teil eines Werkes 
1. Theil (1860)
Entstehung
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Denken Sie das? fragte die Alte. Nun, dann ſind wir's ſchon! Sie haben ein Geſicht, dem man gut ſein muß, und ich glaube, ich würde Sie recht ſehr lieben können, wenn Sie nur nicht das blanke Schild da draußen aufgehängt hätten, um aller Welt zu ſagen, daß Sie vornehm ſind, und etwas Beſſeres, wie wir!

O, rief die Baronin ſchnell, nicht um damit zu prunken, hing ich es auf, ſondern um zu zeigen, daß ich mich nicht ſcheue, Jedermann meinen Namen wiſſen zu laſſen, und kein Geheimniß daraus zu machen, daß ich hier in den Familienhäuſern wohne!

Das iſt brav, ſagte die Alte herzlich. Geben Sie mir die Hand, von heute ab ſind wir Freunde, und Sie können auf mich rechnen!

Sie reichte der Baronin die Hand hin und fuhr fort: haben Sie nur keine Furcht, meine Hand zu nehmen, ſie iſt zwar hart und runzlig, aber rein, und Keiner wird ſagen können, daß die Frau Winkler je⸗ mals einen Schmutzfleck an ihren herrlichen Kleidern gehabt habe. Man kann im Schmutz umherwühlen müſſen und ſich doch rein davon erhalten, am Leibe ſowohl, als an der Seele?

O ich ſcheue mich auch nicht, Ihre Hand zu neh⸗ men, ſagte die Baronin, die Hand der alten Frau herzlich drückend. Wir werden gewiß recht gute Freunde werden, wenn Sie nur mit uns ein wenig Geduld und Nachſicht üben wollen. Alles, was uns umgiebt, iſt uns ſo neu und ungewohnt, und oft wird man denken, wir ſeien hochmüthig und ſtolz, während ich doch von Grund meines Herzens die Vornehmen verachte und den Reichthum verabſcheue, der ſie ſo kalt und herzlos macht!

O nein, nein, es giebt auch unter den Vorneh⸗ men gute Leute, ſagte die alte Frau, und ihr Geſicht