dung zeigte von der höchſten Dürftigkeit, und kaum noch konnte man die Grundfarbe und den Grundſtoff dieſes Rockes erkennen, der mit Lappen jeglicher Art und Größe an ſeinen vielen ſchadhaften Stellen ge⸗ flickt war und faſt wie eine Harlekinsjacke anzuſehen war, ſo bunt und komiſch. Eine graue leinene Schürze bedeckte den Vordertheil des Kleides, ein verſchoſſenes, wollenes Tuch die Schultern, und ein ähnliches hatte ſie, als eine Art Turban oder Haube, ſich um den Kopf geſchlungen, und mit demſelben ihr graues Haar bedeckt, das hier und da in ganz kleinen, grauen Locken unter dem Tuche hervorſah. Auf dem Rücken trug ſie einen Korb, der mit ledernen Riemen an den Schultern befeſtigt war und aus dem eine kleine ei⸗ ſerne Hacke hervorragte.
An dieſer letztern erkannte Frau von Hermfeld ſchnell eine jener Weiber, die ein Gewerbe daraus machen von Straße zu Straße in den Höfen umher⸗ zugehen, und in den Goſſen wie auf dem Müllhaufen umherzuſcharren, um vielleicht unter dem dort aufge⸗ ſtapelten Abhub, oder in der Goſſe irgend Etwas zu finden, das ihnen nützlich oder genießbar erſcheint. Zuweilen iſt ihre Ausbeute nicht unbedeutend, und ſie entdecken in den Rinnſteinen einen ſilbernen Löffel, den die Magd mit dem Spülwaſſer verſchüttet hat, oder ein Stück Wäſche, das in gleicher Weiſe vergeu⸗ det worden, während der Müllhaufen ihnen manches im Sande verborgene Stück Brod, manche genießbare Kartoffel liefert, die, als die beſte Beute, ſorgfältig von Schmutz und Staub gereinigt und mit einem Wohl⸗ behagen verzehrt werden, wie kaum ein Fürſt an reich⸗ beſetzter Tafel es empfinden mag.
Gute Frau, ſagte Frau von Hermfeld milde, Sie vergeſſen, daß Sie hier nicht auf einem Hofe, ſondern in einem fremden Zimmer ſind, und ich glaube leider,


