Die Familienhänſer.
Draußen in den Familienhäuſern vor dem Hambur⸗ ger Thor iſt es einſam und ſtill, und nichts von dem lauten und fröhlichen, kreiſchenden und jauchzenden Leben Berlin's läßt ſich hier vernehmen. Einſam, das heißt, man ſieht weder glänzende Equipagen, noch Droſchken vor dieſen großen pallaſtartigen Gebäuden mit den unzähligen kleinen Fenſtern halten, noch auch ſieht man andere Menſchen die Schwelle überſchreiten, Andere, als die Armen, welche in dieſen Häuſern wohnen. Und wenn wir dieſe Gebäude ſtill nannten, ſo iſt es doch nur eine eigenthümliche, geräuſchvolle Stille, nicht das lautloſe Schweigen der Ruhe, ſon⸗ dern die geſchäftige Stille der Arbeit. Drunten in jenen Räumen erklingen viele murmelnde Kinder⸗ ſtimmen, Gebete plappernd, oder mit eintönigem Tacte dem Lehrer die einzelnen Buchſtaben des Alphabets nachſprechend, zuweilen auch ſteigert ſich dies Flüſtern und Murmeln zu lauteren Tönen, und die armen Kleinen erheben ihre dünnen zitternden Stimmchen zu der feierlichen Weiſe eines Chorals, der a
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