Teil eines Werkes 
4. Theil (1860) Antonio : eine italiensische Geschichte / von L. Mühlbach
Entstehung
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des! Wollen wir ſie lieben, dieſe Kinder der Welt, die in ihrem armen zerfahrnen Leben der Ruhe und des Friedens entbehren, und durch Ehrgeiz und Begierde weit abgekommen ſind von der Ur⸗ beſtimmung des Menſchen, welche iſt, einfach und wahr zu leben mit und in der Natur, und auf⸗ zugehen in dem ewigen Frieden der Schöpfung. In alle Winde geſtreut habe ich die trüben Schmer⸗ zen, die einſt in der Welt mit ihrer Bitterniß mein Herz belaſteten, und die Heiterkeit der Natur iſt für immer eingezogen in meine Bruſt. Ach und in dem ſtillen, friedlichen Glücke unſres Da⸗ ſeins habe ich vom Schickſal nichts zu erflehen, als deſſen Dauer, und dieſe Begrenzung unſrer geräuſchloſen Tage ſchließt dennoch eine Unendlich⸗ keit von Begebenheiten ein! So laß uns leben, lieben und denken, bis wir einſt zum letzten Schlum⸗ mer hinſinken an die Bruſt der Natur, und, uns auflöſend in ihr großes, unermeßliches All, wieder eins werden mit ihr!

Er umfaßte die Geliebte inniger und ſie ſchmiegte ſich feſt an ſeine Bruſt.

Im Walde rauſchte es höher auf, als ſpreche die Natur zu den Worten ihres Zöglings ein feierliches: Amen!