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nicht von Euch! Ich liebe Euch ja ſo heiß! Ihr ſeid mein Engel, mein Gott, mein Alles!“
Jacopo ſchluchzte leiſe:„Arme Tochter, arme Tonina! Ich dachte es wohl, daß ſie ihn liebte.“ Anntonio hatte wie betäubt, ſeinen Sinnen nicht trauend, Tonina's Worten zugehört, dann blitzte es in ſeinem Auge auf, wie eine heilige Freude.
Er richtete ſein großes ſtrahlendes Auge gen Himmel, und ſagte leiſe:„Verſtehe ich Dich recht, allwaltendes Auge da droben? Haſt Du mein Flehen erhört, Du meine Mutter, große erhabene Natur? Sendeſt Du mir, Deinem Sohne, eine Deiner Töchter, daß ſie mich tröſte?“
Er legte wie ſegnend ſeine Hand auf Tonina's Haupt, das ſie an ſeinen Knien barg, und ſagte leiſe:„Sprich, Tonina, liebſt Du mich recht? Willſt Du mir folgen weit, weit in die Ferne? Willſt Du mit mir gehen in den tiefen, einſamen Wald, fern von der Stadt und der Welt, willſt Du bei mir bleiben und wohnen, wohin keines Menſchen Fuß reicht, wo Du nichts haſt, als mich und Gott und die Natur?“
Das Mädchen blickte zu ihm auf mit ſtrahlen⸗ den Augen.„Und wenn Du in die Wüſte geheſt, ich gehe mit Dir, und wenn die Einöde Deine Heimath iſt, ſo ſoll ſie die meine ſein, und wo Dein Auge mir leuchtet, da werde ich im Para⸗ dieſe ſein!“
Antonio Beftet ſeine Arme gen Himm


