Freuden und Genüſſen des Tages; ſie waren hinabgeſunken in den Schooß der Allerhalterin Na⸗ tur, und in den Armen des Schlummers war alle Bedrückung des Wachens von ihnen genommen.
Nur in der niedrigſten und ſchlechteſten dieſer Hütten, die einſam und getrennt von den übrigen 4 abſeits im Gebüſche lag, ſchimmerte noch ein ſchwa⸗* cher Lichtſchein und menſchliche Klagelaute ließen ſich aus derſelben vernehmen. Zuweilen flackerten die verglimmenden Kienſpähne in dem räucherigen Kamine höher auf, beleuchteten den innern Raum dieſer Hütte mit grellem Lichte, und überhauchten ſecundenlang die bleiche Geſtalt, die ausgeſtreckt
und regungslos auf dem Mooslager im Winkel hiingeſtreckt lag, mit einem röthlichen Schimmer von Lebenswärme. Wenn aber die Flammen tie⸗ fer hinabſanken, dann ſchwand auch die Röthe von dieſer Geſtalt, und die Bleiche des Todes bedeckte wieder dieſe eingefallenen Wangen, dieſe wie im Schmerzenskrampfe zuſammengekniffenen n, Kein Athem hebt mehr dieſe eingeſunkene Bruſt, keine Bewegung zeugt mehr von Leben in dieſer. ruhenden Geſtalt,— dies Weib, es ſchlummert, 4 aber es ſchlummert den ewigen und traumloſen Schlaf, aus welchem hienieden kein Erwachen mehr iſt, und der uns zurückführt in jene geheimnißvolle Welt, aus der wir gekommen.. Mit einem Angſtſchrei hat ſich der letzte Seuff zer aus dieſer erkalteten Bruſt gerungen, und dann


