Teil eines Werkes 
2. Theil (1858)
Entstehung
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lieren hat, ſich ſcheu zurückzieht, weil er zu beleidigen gewiß iſt. Doch nur Geduld, fuhr er fort. Ich habe da einen neuen Brief geſchrieben und will ihn ſammt dem Manuſcript Händen übergeben, die mei⸗ nen Willen ausführen werden.

Sie haben Ihr Buch zu ſanft gemacht, rief der Doktor. Es iſt ſo zahm und ruhig, verlangt ſo wenig und fordert ſo geringe Dinge, daß einem Re⸗ publikaner, wie ich es bin, die Herausgabe große Ueberwindung koſten würde. Aber für die Leute da in Deutſchland, die nichts wollen, als eine kleine Beſchränkung ihrer allmächtigen Fürſten und deren Diener, müßte es Ehrenſache ſein das Wenige mit Freuden zu thun.

Mein Buch, ſagte Lornſen lächelnd, beweiſt was es beweiſen ſoll; jedoch dieſe Ablehnung des Freun⸗ des auf den ich rechnete, zeigt mir um ſo mehr wie weit wir zurück ſind, wie traurig der Druck iſt, der auf meinem Volke laſtet, und welche Tage noch kom⸗ men werden, ehe ſeine Ketten fallen.

Der beſte Beweis, ſprach der Arzt, ſind Sie ſelbſt. Man hat Sie mißhandelt, aus dem Vaterlande ge⸗ trieben und dahin gebracht, wo Sie ſind. 3

Bei Ihnen, erwiderte Lornſen ihm dankbar die 4 Hand reichend, in dieſem ſchützenden Lande, an die⸗