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Du haſt es ſo gewollt, ſagte er dumpf und ſtill.
Ich habe es ſo gewollt! und in Deinen Worten liegt noch immer keine Vergebung? Du ziehſt Deine Hand zurück, ſie iſt kalt und ſchwer.
Weißt Du, ſagte er, und ein Zürnen lag in ſeiner Stimme, was ich gelitten habe? Verlaſſen irrte ich durch die Welt, verloren alles, was ich
glaubte und hoffte. Verzweifelnd in den Wüſten Amerikas, zum Tode krank an den Qualen meiner
Gedanken bin ich zurückgekommen, um zu ſterben. Und haſt Du nie an mich gedacht? fragte ſie. Glaubſt Du, daß meine Tage und Jahre freudig über mich hingezogen ſind? Doch, wozu Bekenntniſſe, wozu ein Leben zergliedern; das danaidenhaft mich zwingt, ewig dieſelbe troſtloſe Arbeit zu verrichten, dieſelbe ſchreckliche Leere auszufüllen, dieſelbe Kette zu tragen und mit raſtloſer Angſt zu fliehen, ohne je ihrem Klirren zu entgehen. Ach, armer Freund! for⸗ dert es Dich nicht zum Mitleid auf, wenn Du ſo mich büßen ſiehſt? Laß uns abrechnen und vergeſſen, Jens. Oft iſt es wie Wahnſinn durch meinen Kopf gegangen; ich fühlte ſeinen gräßlichen Schritt dicht hinter mir. Es brütete etwas in einer dunklen Ecke meines Gehirns. Ein Geſpenſt, geſtaltlos und form⸗ los, ſtand dort, das ich in meiner Herzensangſt von


