Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
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Ich bin zwar nicht gewöhnt, ſagte Lornſen, auf den Parquets königlicher Gemächer zu gehen, allein ich hoffe, wenn ich die Ehre habe, den König oder den Prinzen zu ſprechen, mich deſſen würdig zu be⸗ weiſen; ſollte ich auch bei Hofleuten Gegenſtand ihrer Anmerkungen werden.

Dafür ſorgen Sie nicht, rief Hammerſteen lachend. Sie ſind etwas ſteif und gerade, Ihr Tritt iſt feſt, Ihre Sprache laut und tief, das Alles kann den Vorzimmern nicht gefallen. Kümmern Sie ſich aber nicht darum; Kammerlakaienmanieren ſind für ge⸗ wiſſe Geſchöpfe Gewiſſensſache; doch auch die Könige wollen zuweilen mehr und ſehen es gern, wenn man ſie menſchlich behandelt, wäre es auch nur des haut- gouts wegen, der den Appetit reizt. Der König iſt ein einfacher Mann, reden Sie mit ihm von der Leber fort, ohne zu vergeſſen, wer er iſt; der Prinz wird Ihnen ſelbſt ſchon auf den rechten Weg helfen. Aber es iſt merkwürdig, daß mir Lina faſt daſſelbe geſagt hat. Den betreßten Menſchen, die ewig zu lächeln und ſich zu bücken wiſſen, wird Lornſen nicht gefallen, ſagte ſie, doch ich bin überzeugt, daß der König ſowohl wie der Prinz ihn mit Hochachtung entlaſſen und wiederſehen werden.